Vortrag

Als kleinen Einblick in meine Tätigkeit veröffentliche ich hier die Abschrift meines Vortrags im Rahmen der….  in…vom 10.11.2016

Hallo! Ich freue mich, dass ich so viele Menschen heute hier begrüßen darf, die sich für die Heilhypnose interessieren. Ich muss zugeben, ich bin etwas nervös!

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie und arbeite viel mit Heilhypnose. Und ich möchte Ihnen heute etwas darüber erzählen, denn ich habe festgestellt, dass es leider bei dem Thema immer noch viele Vorurteile gibt. „Das ist ja Blödsinn!“ „Das geht doch gar nicht!“ Oder ich höre: „Ich will nicht so wie im Fernsehen behandelt werden!“. Nun, darum habe ich mich entschlossen, in diesem Rahmen darüber aufzuklären, was die Heilhypnose ist, wie sie wirkt und was man mit ihr erreichen kann.

Jetzt erstmal: Wie lange kennt man Hypnose überhaupt schon? Schon 1000 Jahre und länger! Damals sagte man Tempelschlaf dazu. Es wurde erreicht durch Gerüche und monotone Geräusche, Gesänge und auf Gegenstände fixiert. Viel auch in Kulturen, die den Schamanismus leben.

Dann gab es Herrn Messmer, er lebte von 1734 – 1815 und nannte seine Heilmethode animalischer Magnetismus. Er behandelte mit Magneten. Später nur noch mit seinen Händen. Er strich über die Menschen in einem gewissen Abstand zum Körper von Kopf bis zu den Füßen, bis sie in einem Zustand der Entrücktheit waren. Die Technik von Messmer, die Streichungen der Menschen, sind auch sehr wirksam, aber dauern länger, um in die Trance zu gelangen. Es ist sehr wirksam, um Schmerzen zu lindern.

Dann gab es den englischen Augenchirurg James Braid. Er lebte von 1795 – 1860. Er entdeckte, dass mit dem Fixieren von glänzenden Gegenständen das Gleiche erzielt werden kann. Eine Trance. Er nannte es Hypnose nach dem griechischen Gott Hypnos, dem Gott des Schlafes. Danach entwickelte sich die Hypnose im Laufe der Jahre zu dem, was sie heute ist.

Es ist ein Zustand, den können Sie sich ganz einfach so vorstellen: Sie kennen das sicher, wenn sie am Tag mal so gedankenverloren aus dem Fenster schauen und ganz woanders sind. Oder wir alle sind jeden Tag 2 Mal in einem leichten hypnotischen Zustand: beim Einschlafen und beim Aufwachen. Beim Autofahren, wenn Sie eine eintönige Strecke fahren. Autogenes Training und Meditationen und leichte Trancezustände.

Der Unterschied zwischen Show und Heilhypnose ist die Tiefe der Trancezustände. Die Showhypnose ist so aufgebaut, spektakulär zu sein und den Hypnotiseur als mächtig erscheinen zu lassen. Das ist in der Heilhypnose nicht nötig. Sie ist leicht und bewirkt, dass der Klient den Anweisungen folgen kann. Ich brauche in der Heilhypnose Ihre Mitarbeit. Es ist kein Schlaf und keine Bewusstlosigkeit. Es ist eine Bewusstseinsverschiebung, der wache Verstand hat Pause. Ich arbeite mit dem Unbewussten, viele sagen auch Unterbewusstes. Aber ich möchte das nicht so nennen, weil, mit dem Begriff „Unter“ habe ich das Gefühl, ich gebe ihm eine untergeordnete Stellung und das ist nicht gerechtfertigt. Denn es ist ja auch unser Bauchgefühl und tut uns gute Dienste. Viele werden das Gefühl kennen, wenn wir vor Entscheidungen stehen, dass wir ein gutes oder schlechtes Empfinden haben. Man sagt ja auch manchmal: „Mein Bauch sagt Nein!“ In der Trance kann man mit dem Unbewussten direkt arbeiten. Das heißt, unser kritischer Verstand ist beiseitegeschoben. Unser Unbewusstes hat ganz viel abgespeichert. Alles, was wir erlebt haben und was uns jetzt eventuell belastet.

In der Trance habe ich die Möglichkeit, diese Informationen abzurufen. Und dann kann man daran arbeiten, diese Belastung zu ändern und aufzuheben. Sie sind mir nicht hilflos ausgeliefert. Wenn irgendetwas auftritt, was Ihnen nicht gefällt, oder Sie müssen mal zum WC oder fühlen sich nicht wohl, können Sie sich jederzeit bemerkbar machen. Dann habe ich die Möglichkeit, Sie aus der Trance raus zu holen, ohne sie zu beenden. Nach der Pause sind Sie gleich wieder in Trance und wir können dort weitermachen, wo wir unterbrochen haben.

Jetzt möchte ich Ihnen erzählen, was die Heilhypnose alles bewirken kann:
Bei der Rauchentwöhnung ist es eine Hilfestellung, in dem Maße, dass das Verlangen zu rauchen genommen wird. Aber der Klient braucht auch den festen Willen aufzuhören! Denn er braucht Durchhaltevermögen für die ersten 72 Stunden. Denn die Raucher haben das Rauchen zum Ritual gemacht. Das zu Durchbrechen ist die Herausforderung. Genauso ist es, wenn man seine Essgewohnheiten ändern möchte. Das Gehirn braucht diese 72 Stunden, um die Änderung abzuspeichern. In dieser Zeit sollte man auch nicht testen, ob die Zigarette oder das Essen noch schmeckt. Denn das kann alles wieder rückgängig machen. Vorher im Gespräch frage ich auch nach den Gründen, warum der Klient etwas ändern möchte.

So, nun, das Ganze kann man auch noch mit einer Blockaden-Lösung unterstützen. Denn oft ist es eine Angewohnheit oder durch Erziehung oder negative Erfahrungen dazu gekommen. Das kann mit einer Blockade-Lösung aufgehoben werden. Dieses mache ich, wenn gewünscht, immer als Erstes, bevor ich an das Thema gehe, was der Klient behandelt haben möchte. Denn dann kann das Unbewusste alles abgeben, was den Klienten hindert, sein Leben so zu leben, wie er es möchte. Da gehen alte Muster, Erziehungsmuster oder auch Glaubenssätze, die irgendwann mal gut waren, aber jetzt nicht mehr gebraucht werden. Ich nenne das gerne Hausputz oder Renovierung der Seele.

So, jetzt weiter Einsätze für Hypnose! Bessere Konzentration beim Lernen und Linderung der Prüfungsangst. Damit kann erreicht werden, dass derjenige besser lernt und öfter in die Bücher schaut, als ohne Hypnose. Auch die Angst vor der Prüfung kann genommen werden, indem in der Hypnose die Prüfungssituation positiv durchgespielt wird.

Nun, wir kennen alle, dass man vor irgendetwas Angst hat. Seien es Tiere oder andere Situationen. Das kann man auch mit der Hypnose lösen. In der Trance geht man an den Ort oder die Situation, in der das Problem entstanden ist und dann wird das negativ Erlebte ins Positive gebracht. Auch Schmerzen können ausgeschaltet werden. Aber hier kommt es darauf an, warum und für welchen Zweck. Denn der Schmerz ist ein Alarmzeichen für uns, dass etwas nicht in Ordnung ist und der Behandlung bedarf.

Bei einer Zahnbehandlung jedoch kann unter Umständen, falls der Patient das Injektionsmittel nicht verträgt, durch Hypnose der Behandlungsschmerz genommen werden. Dies wird von mir vor der tatsächlichen Zahnbehandlung an meinem Klienten getestet, um herauszufinden, ob er sich auf die Hypnose einlassen kann, so dass wir den Zustand der Schmerzlosigkeit erreichen, und wie lange es dauert, damit der Zahnarzt das terminlich planen kann. Dann werde ich den Klienten begleiten und die Hypnose direkt vor Ort einleiten. Ich habe das auch schon an mir ausprobiert und es war sehr gut. Es gibt auch immer mehr Zahnärzte, die das akzeptieren. Hier in Lage haben sich drei Praxen dazu bereit erklärt. Für meine Zahnärztin war es auch das erste Mal, dass sie eine Patientin behandelt hat, die in Trance versetzt wurde, um den Behandlungsschmerz zu reduzieren oder auszuschalten. Bei mir war er reduziert. Es gibt auch für chronische Schmerzen Alternativen, dass man Schmerzmittel reduzieren kann. Durch das Erlernen der Selbsthypnose oder einer bestimmten Atemtechnik: Pica-Pica.

Jetzt möchte ich über Burn-Out-Prophylaxe sprechen. Das ist ja auch sehr verbreitet und in aller Munde. Ich habe voriges Jahr einen Fall behandelt, der schon organische Störungen aufwies. Nach 3 Hypnose-Sitzungen hat sich alles gut lösen lassen. Der Klient hat sein Leben neu organisiert und ist wieder gut zufrieden. Diese Klienten brauchen vor allem Sicherheit und einen Rückzugsort. Auch eine Tiefenentspannung in Hypnose ist sehr hilfreich. Spannend ist es auch, herauszufinden, wo beim Klienten Talente brachliegen. Herauszufinden, wie man die Persönlichkeit des Klienten in gute Entwicklung bringen kann. Auch Entwicklungs-Blockaden zu lösen ist eine gute und wirksame Sache. Es gibt noch einige Themen wie Schlafverbesserung, Arbeit mit Kindern und… und… und…

Was ich nicht vergessen darf, zu erwähnen, dass es Krankheiten gibt, bei denen ich keine Hypnose anwenden darf: frischer Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombose, außerdem Epilepsie, psychische Erkrankungen…  und bei Schwangeren dürfen nur die Hebammen Hypnose anwenden. Bei Herzinfarkt und Schlaganfall sollte ein halbes Jahr Pause sein. Und danach möchte ich erst das Einverständnis des behandelnden Arztes haben. So, das war der Beipackzettel!